Nächstes Café am 19.04.2017

Los geht es wie immer um 19:00 Uhr und um 19:30 Uhr beginnt der Vortrag.

Die AfD vor der nordrhein-westfälischen Landtagswahl – ein Überblick über das Wirken und Innenleben einer rechtspopulistischen Partei

Vortrag und Diskussion mit Rainer Roeser

Nach der Landtagswahl im kommenden Mai könnten zwischen 20 und 30 Abgeordnete der AfD im Düsseldorfer Landesparlament sitzen. Bei ihrer Gründung vor dreieinhalb Jahren war die selbst ernannte „Alternative für Deutschland“ eine gesellschaftspolitisch konservative und wirtschaftspolitisch neoliberale Partei, die sich zwar rechtspopulistischer Argumentationsweisen bediente, ohne dass dies aber das bestimmende Element der Partei war. Inzwischen ist die AfD zur durchgehend rechtspopulistischen Partei geworden, die ihr Gründungsthema, den Kampf gegen den Euro, längst ergänzt und ersetzt hat durch Parolen gegen Geflüchtete, gegen Islam und gegen eine supranationale Politik. Inzwischen sucht und findet sie die Zusammenarbeit mit extrem rechten Formationen wie der „Freiheitlichen Partei Österreichs“ oder dem „französischen Front National“.

Wer sind die Akteur_innen, die die Rechtsentwicklung der AfD vorangetrieben haben? Und wie ist die stetig weiter nach rechts gedriftete AfD einen Monat vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen aufgestellt?

Rainer Roeser ist freier Journalist und Autor beim „blick nach rechts“ (www.bnr.de). Er hat an mehreren Studien zum Thema AfD mitgearbeitet.

Nächstes Café am 15.03.2017

Los geht es wie immer um 19:00 Uhr und um 19:30 Uhr beginnt der Vortrag.

“Graue Wölfe” und türkischer Nationalismus in Deutschland

Politikwissenschaftlerin Alia Sembol stellt die Vereine in den Fokus, die ein rechtsextrem-völkisch, rassistisches Türkentum als Ziel formulieren. Sie gibt einen Überblick über die „Türkischen” Ultranationalist_innen in Deutschland, ihre Organisationen, ihre Strukturen und Aktivitäten.
Diese Vereine haben sich besonders der Pflege der Kultur, Religion, Bildung und Sport verschrieben, um ihren Größenwahn in der türkischen Community zu erweitern und Kinder und Jugendliche an eine ultranationalistische Ideologie zu binden. Eine Arbeit, die antidemokratisch, antisemitisch und vor allem auf Diskriminierung aufgebaut ist. Mit Großreichphantasien, Militarismus, Feindbildern, religiösen Selbstzuschreibungen versetzt, durch thematisch vielseitige
Angebote für alle Altersgruppen bauen die Vereine an einer vermeintlichen “türkische Identität in der Fremde”, dem „Europa-Türkentum“.
Die Recherche zum türkischen Ultranationalismus und der Umgang mit dem Thema stehen in Deutschland noch am Anfang. Doch diese Auseinandersetzung ist notwendig, und deshalb kann sie nicht ohne einen Diskurs über alltäglichen Rassismus und Ausgrenzung geführt werden. Rechtsextremismus, Rassismus und Sexismus sind Denk-, und Handlungssysteme, die sich in allen Teilen der heutigen Gesellschaften finden, so auch in den deutschen und zugewanderten Communities.

Nächstes Cafe am 15.02.17

Los geht es wie immer um 19:00 Uhr und um 19:30 Uhr beginnt der Vortrag.

Syriza – Etwas besseres als Sachzwang?!

Dilemmata emanzipatorischer Praxis in Zeiten der Krise
Vortrag und Diskussion mit John Malamatinas und Jorge Puleaux

Vor nur anderthalb Jahren feierte ein breites Spektrum der europäischen Linken euphorisch den Wahlerfolg von Syriza. Man erwartete Politisierungen auch über Griechenland hinaus, denn die Chancen für Kapitalismuskritik schienen kaum je besser zu stehen. Umso nüchterner bilanziert der Publizist und Aktivist John Malamatinas nach der Wiederwahl von Alexis Tsipras: „Wer in kurzer Zeit die Macht ergreifen möchte, um die Gesellschaft zu verändern, verändert hauptsächlich sich selbst. Das ist kein Affront gegen Syriza-Anhänger, sondern die Realität des politischen Geschäfts.“ Zugleich habe ja auch niemand „eine direkte Einführung des Sozialismus erwartet. Wer Syriza wählte, wusste, was er bekommt: die Hoffnung auf eine sozialere Verwaltung der Krise“. Der Hoffnungsträger Tsipras wurde nach dem Kurswechsel seines Bündnisses selbst zum Verwalter von Sachzwängen.
Die Zeit der breiten sozialen Bewegung scheint in Griechenland vorbei. Auch die von vielen gepriesene Selbstorganisierung erreicht ihre Grenzen. Zu diskutieren ist, welche Lehren aus der griechischen Tragödie auch für eine linksradikale Praxis hierzulande gezogen werden können.
John Malamatians und Jorge Puleaux werden versuchen die aktuellen Dilemmata linksradikaler Politik in Griechenland vorzustellen. Sie sind auf der Suche nach emanzipatorischen Potenzialen staatsferner Bewegungen und kritisieren nationalistische Formen der Krisenbearbeitung.

Nächstes Café am 18.01.2017

Los geht es wie immer um 19:00 Uhr und um 19:30 Uhr beginnt der Vortrag.

„Schwule Fotzen!?“ Sexismus, Homophobie und elbstermächtigung im Fußball

Obwohl Gleichberechtigung heute kein Fremdwort mehr ist, viele Frauen und Queers ihren Platz im Stadion scheinbar gefunden haben, zeigt sich oft genug ein anderes Bild: Der Vortrag wird sich anhand verschiedener Beispiele mit der Problematik von Sexismus und Homophobie im Fußball- und Stadionkontext beschäftigen. Es wird den Fragen nachgegangen, in welcher Form Frauen an unterschiedlichsten Standpunkten mit Vorurteilen und Abwertungen begegnet wird, wie und warum aber auch gegnerischen Fans, Teams oder Schiris gerne sexistische und homophobe Sprüche an den Kopf geknallt werden. Was das alles mit gesellschaftlichen Bildern von Geschlecht zu tun hat und welche Möglichkeiten Fans bereits gefunden haben, um Beleidigungen, Abwertungen und einem unangenehmen Klima entgegenzuwirken, wird an diesem Abend herausgearbeitet

Nächstes Café am 21. Dezember

Los geht es wie immer um 19:00 Uhr und um 19:30 Uhr beginnt der Vortrag.

Kritik am Militarismus – am Beispiel der NATO

Staaten schlagen und vertragen sich, und der Zusammenschluss mehrerer zu einem Militärbündnis spiegelt beides wieder. Die NATO, das nordatlantische Verteidigungsbündnis, entstand unter einer anderen Gemengelage als der heutigen. Zunächst als gemeinsame Verteidigung gegen ein sich postnazistisch möglicherweise wieder gegen seine Nachbarn erhebendes Deutschland gegründet, war die NATO bald schon nicht mehr wiederzuerkennen. Ihre neue Rolle als Bündnis gegen den Ostblock brachte eine schnelle Mitgliedschaft Deutschlands mit sich, das nun in den gemeinsamen westlichen Machtblock militärisch integriert wurde.
Doch welchen Sinn hat die NATO heute, nach dem Nierdergang der UdSSR? Kann überhaupt von einem westlichen Block mit einheitlichen Interessen gesprochen werden, der mit Hilfe der NATO militärisch abgesichert ist? Immer wiederkehrende Konflikte zwischen gerade deutscher und USamerikanischer Geopolitik treten auch im Bündnis zutage. Und was taugt dieses Bündnis im Kampf gegen den Jihadismus, der sich nicht an Staatsgrenzen orientiert?
Die PR der NATO-Staaten bleibt militaristisch. Antworten auf unsere Fragen können wir von ihr nicht erwarten. Und auch wenn sich die Form und Bewerbung des Militarismus wandelt, bleibt er dem Staat eingeschrieben. Wir wollen aufzeigen, dass Militarismus und Großmachtstreben den Staaten auch heute nicht abzutrennen sind.

Nächstes Café am 16.November

Los geht es wie immer um 19:00 Uhr und um 19:30 Uhr beginnt der Vortrag.

Eine Frage des Respekts: Zum Umgang staatlicher Institutionen, Medien und Gesellschaft mit den NSU-Mordopfern, den Hinterbliebenen und den Verletzten

Vortrag und Diskussion mit Kutlu Yurtseven

Kutlu Yurtseven ist tagsüber als Sozialarbeiter in Problembezirken unterwegs, abends steht er auf der Theater-Bühne in Stücken über die Terroranschläge des Nationalsozialtischen Untergrund oder er tritt mit seiner Band Microphone Mafia mit der Familie Bejarano auf. Kutlu Yurtseven war vor zehn Jahren Anwohner der Keupstraße und erzählt über den Anschlag, die Ermittlungen und die Folgen. Er erzählt über die damaligen Geschehnisse in Köln und den Rassistischen Terror des NSU. Wie sind die Ermittlungsbehörden, die Medien und die Politik in der Folge des Nagelbomben-Anschlages in Köln mit den Anwohner_innen umgegangen? Welche Folgen hatte und hat das für die Betroffenen und für die gesamte Community? Was für Wünsche, Hoffnungen und Ängste verbinden die Menschen aus der Keupstrasse nicht nur mit dem Prozess in München? Außerdem wird Kutlu etwas über die Arbeit der Initiative “Keupstraße ist überall” und wie der sogenannte “Tag X” in München sich auf die Keupstraße, die Betroffenen und auf die gemeinsame Arbeit auswirkt hat, erzählen.

Nächstes Café am 19. Oktober

Feindbild „Lügenpresse“. Über ein massenwirksames verschwörungstheoretisches Konstrukt

Seit Beginn der rechtsoffenen „Montagsmahnwachen für den Frieden“ und der antimuslimisch-rassistischen Pegida-Demonstrationen sehen sich Journalist*innen neuen Angriffen und Anfeindungen ausgesetzt. Umfragen zufolge glaubt außerdem die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland, dass die Nachrichtenmedien von der Regierung und von Wirtschaftsverbänden gesteuert werden, und dass sie häufig absichtlich die Unwahrheit sagen. Wie steht die rechte Mobilmachung in Verbindung zu diesen Einstellungen? Um sich dieser Frage zu nähern, werden im Vortrag Diskursfragmente aus rechten Internetblogs analysiert. In ihnen offenbart sich als Bezugspunkt für den „Lügenpresse“-Begriff eine umfassende Verschwörungskonstruktion. Zur analytischen Einordnung schlägt der Referent vor, das „Lügenpresse“-Ideologem als paranoischen Diskurs zu verstehen. Dafür macht er einen kulturhistorisch fundierten Begriff des Paranoischen stark, der die Paranoia nicht als das außerhalb Gesellschaft stehende Andere versteht, sondern als besonders starke Ausprägung von bestimmten alltäglichen kulturellen Praktiken und Erzählstrukturen. Diese Anschlussfähigkeit an alltägliche kulturelle Praktiken gilt es zu berücksichtigen, wenn eine Erklärung für den Erfolg des Lügenpresse-Ideologems im Rahmen neuer rechter Organisierung gesucht wird. Mit der Renaissance des paranoisch strukturierten „Lügenpresse“-Vorwurfs kommt daher emanzipatorischen, nicht-verkürzenden Formen der Medienkritik eine besondere gesellschaftliche Bedeutung zu.

Autoreninformation:
Rolf van Raden studierte Literaturwissenschaft, Politikwissenschaft und Theaterwissenschaft. Arbeitete zehn Jahre lang als freier Journalist, jetzt hauptsächlich in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Er ist publizistisch und wissenschaftlich tätig am Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung sowie Mitarbeiter der Linksfraktion im Rat der Stadt Bochum. Wissenschaftliche Arbeitsschwerpunkte: Rassistische Diskurse und gesellschaftliche Ausgrenzung, kritische Psychiatriegeschichte, Biopolitik und Bio-Macht im transdisziplinären Kontext. Veröffentlichungen u.a.: Im Griff der Medien. Krisenproduktion und Subjektivierungseffekte, hg. zus. m. Siegfried Jäger, Münster 2011; Tradierte Aussagesysteme. Psychiatrie und Biomedizin als Diskurs und politische Praxis. In: S. Dickel/M. Franzen/ Ch. Kehl (Hg.): Herausforderung Biomedizin – Gesellschaftliche Deutung und soziale Praxis. Bielefeld 2011; Psychiatrie der Prävention. Diskursverschränkungen von Medizin und Sicherheit. In: Kriminologisches Journal 4/2010; Patient Massenmörder. Der Fall Ernst Wagner und die biopolitischen Diskurse, Münster 2009.

» Los geht es wie immer um 19:00 Uhr mit leckerem veganen Essen und ab ca. 19:30 beginnt der Vortrag. Anschließend könnt Ihr wie immer noch das ein oder andere Getränk genießen.

Nächstes Café am 21. September

Los geht es wie immer um 19:00 Uhr und um 19:30 Uhr beginnt der Vortrag.

„Rechte Mobilisierungen in NRW – Von HOGESA bis AfD“

Vortrag und Diskussion mit Robin Dullinge

Am 09. Januar 2016 befanden sich unter dem Motto „Pegida schützt!“ fast 1.800 Teilnehmer_innen auf einer Demonstration von Pegida NRW in Köln. „Aufhänger“ waren zahlreiche Fälle sexualisierter Gewalt gegen Frauen in der Silvesternacht. Ein Jahr und drei Monate zuvor war dieselbe Demonstrationsstrecke von etwa 3.000 rechten Hooligans genutzt worden, was mit „Krawallen“ und Angriffen auf Passant_innen, Gegendemonstrant_innen und Journalist_innen einherging. Seit Ende 2014 vergeht kaum eine Woche ohne Aktionen von rechten Akteur_innen in NRW, vom Sprühen von Graffitis über Versammlungen mit rassistischen und antisemitischen Inhalten bis zu Anschlägen auf Asylunterkünfte.
Der Vortrag beschäftigt sich mit den aktuell in NRW auf der Straße und im Netz aktiven Gruppen und deren Protagonist_innen. Er gibt einen Überblick über die verschiedenen Regionen und die dortigen extrem rechten Aktivitäten. Eingebettet wird dies in eine Darstellung der Strategien der verschiedenen (extrem) rechten Akteur_innen.

Zum Referenten: Robin Dullinge ist freier Journalist aus dem Rheinland und berichtet u. A. für sechel.it über rechte Aktivitäten in NRW.

Nächstes Café am 17. August

» Bevor wir am 27. August „3 Jahre Antifa-Café“ mit einer Party feiern,(Infos) findet im August noch ein Antifa-Café statt. Los geht es wie immer um 19 Uhr mit leckerem veganen Essen und ab ca. 19:30 beginnt der Vortrag. Anschließend könnt Ihr wie immer noch das ein oder andere Getränk genießen.

Die Rote Armee im Ruhrgebiet

Vortrag und Diskussion mit Günter Gleising

Im März 1920 wehten drei Wochen lang rote Fahnen auf den Rathäusern, waren die großen Betriebe besetzt, übten Aktionsausschüsse und Vollzugsräte die Macht im Rheinisch-Westfälischen Industriegebiet aus. Die Rote Armee aus Angehörigen der Arbeiterbewegung bildete den Kern des Kampfes gegen den reaktionären und militaristischen Kapp-Lüttwitz-Putsch.
Über Hintergründe, Ereignisse Auswirkungen dieser drei Wochen informiert Günter Gleising (Bochum), Autor mehrerer Bücher zum Thema Kapp-Putsch und Märzrevolution 1920.
Er wird sich dabei vor allem mit 6 Fragen auseinander setzen:
1. Das Jahr 1920, der Kapp-Putsch und die Reaktionen im Rhein/Ruhrgebiet.
2. Wie entstand die Rote Armee?
3. Wie war deren Organisation und wie erfolgte die politische und strategische
Willensbildung?
4. Wie war die Entwicklung der Roten Armee bis Anfang April, Auswirkungen der
Bielefelder und Münsterschen Verhandlungen?
5. Das Ende und der weiße Terror.
6. Das Märzgefallenengedenken als Bestandteil der Arbeiterkultur

Nächstes Café am 20. Juli

Vortrag: Kapitalismus, Krise, Behinderung: Ein Streifzug durch die (deutsche) Geschichte

Los geht es wie immer um 19 Uhr und um 19:30 Uhr beginnt der Vortrag.

Auf den ersten Blick scheinen Kapitalismus und Behindertenpolitik nicht viel miteinander zu tun zu haben, gibt es doch z.B. in der deutschen Geschichte erhebliche Unterschiede im Umgang mit Behinderung bei wesentlich gleichbleibenden wirtschaftlichen Grundlagen. Ein Zusammenhang wird allerdings deutlich, sobald man „Kapitalismus“ als einen dynamischen Prozess versteht: Dessen Konjunkturen gehen mit gesellschaftlichen Konflikten einher, die auch der Behindertenemanzipation Möglichkeiten eröffnen und Grenzen setzen. Ein Streifzug durch die deutsche Geschichte von der Weimarer Republik bis zur europäischen Austeritätspolitik unserer Tage soll diesen Zusammenhang zeigen. Dabei wird versucht, die zunehmende Verbreitung bestimmter Ideologien (z.B. im Sinne von „Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“) aus Veränderungen der sogenannten ökonomischen Basis zu erklären.

Michael Zander ist Mitglied der AG Disability Studies in Deutschland und vertritt derzeit eine Professur im Fach Rehabilitationspsychologie an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Letzte Veröffentlichung: „We care“ – aber wer sind „wir“? Luxemburg, 1/2016, http://www.zeitschrift-luxemburg.de/we-care-aber-wer-sind-wir/