Archiv für den Autor: admin

Nächstes Café am 17. Februar

„Antifeminismus als Scharnier zwischen extremer Rechter, Konservatismus und bürgerlichem Mainstream“
Referentin: Christiane Ritter (Antifaschistisches Bildungsforum Rheinland)

In diesem Vortrag wird der organisierte Antifeminismus unter die Lupe genommen. Denn im Kampf gegen einen angeblichen „Genderismus“ oder eine befürchtete „Frühsexualisierung“ sind Allianzen entstanden, die vom konservativen Feuilleton über christlich-fundamentalistische
Gruppierungen und die AfD bis zur Neonazi-Szene reichen.

Los geht es wie immer um 19 Uhr mit leckerem veganen Essen und ab ca. 19:30 beginnt der Vortrag. Anschließend könnt Ihr wie immer noch das ein oder andere Getränk genießen.

Nächstes Café am 20. Januar

Los geht es wie immer um 19 Uhr mit leckerem veganen Essen und ab ca. 19:30 beginnt der Vortrag. Anschließend könnt Ihr wie immer noch das ein oder andere Getränk genießen.

„Völkermord ohne Entschuldigung und Entschädigung?“ – Der Genozid an den Herero und Nama, das Ringen um Anerkennung und Entschädigung sowie aktuelle Entwicklungen in Deutschland und Namibia

Vortrag und Diskussion mit Anke Schwarzer, Journalistin

Gegen die koloniale Eroberung des südwestlichen Afrikas durch die Deutschen ab 1883 setzten sich die Herero und zeitweise auch die Nama besonders entschlossen zur Wehr. Vor 111 Jahren erließ die kaiserliche Kolonialarmee im damaligen „Deutsch-Südwestafrika“ den Vernichtungsbefehl gegen die He…rero. Nach der Schlacht am Waterberg 1904 wurden die Herero in die Omaheke-Steppe getrieben, wo viele von ihnen verdursteten. Die Überlebenden mussten ebenso wie gefangene Nama in – bereits damals so benannten – Konzentrationslagern Zwangsarbeit leisten; ein großer Teil von ihnen starb an Hunger und Krankheiten. Im verbleibenden Jahrzehnt deutscher Kolonialherrschaft wurden jene, die mit dem Leben davon kamen, enteignet, in Reservate gesperrt, vergewaltigt und zur Arbeit gezwungen. Deutsche Unternehmen und Farmen konnten die versklavten Menschen für ihre Arbeitseinsätze in Minen, auf Weiden und an Eisenbahnlinien „bestellen“. Zu den Opfern gehörten auch Angehörige der Damara und San. Nach Schätzungen von Experten sind 80 Prozent der Herero und die Hälfte der Nama dem Völkermord zum Opfer gefallen, also etwa 90 000 Menschen.

Im Sommer 2015 dieses Jahres benannte Bundestagspräsident Norbert Lammert die Massaker erstmals als „Völkermord“ und auch die Bundesregierung spricht, wenn auch noch nicht ganz unumwunden, von Völkermord. Die Nachfahren der Opfer erwarten eine offizielle Entschuldigung, die Rückgabe aller geraubten Gebeine und ihre sofortige Einbeziehung in die deutsch-namibischen Versöhnungsgespräche.

Die reichsdeutsche Kolonialzeit dauerte von 1884 bis zum Ersten Weltkrieg. Die Eroberung von außer-europäischen Gebieten und die Versklavung von Menschen reichen jedoch noch weiter zurück als in die scheinbar kurze Periode während der Kaiserzeit. Kaufleute und Reedereien haben viel Geld mit Palmöl, Schnaps und Baumwolle verdient. Spuren der in Deutschland verdrängten Kolonialvergangenheit lassen sich noch heute finden – in den Museen, Straßen, Köpfen und Schulbüchern. Nicht selten wird diese Epoche romantisch verklärt und die koloniale Gewalt verdrängt. Der Vortrag beleuchtet auch diese Aspekte in einem kurzen Überblick und fragt nach Deutschlands Umgang mit seiner Kolonialvergangenheit.

Nächstes Café am 16. Dezember

Am 16.12.2015 begrüßen wir Ismail Küpeli zum Thema: „Kampf um Kobanê – Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens“.

Los geht es wie immer um 19 Uhr mit leckerem veganen Essen und ab ca. 19:30 beginnt der Vortrag. Anschließend könnt Ihr wie immer noch das ein oder andere Getränk genießen.

Anküdigungstext:
Der Kampf um Kobanê und Rojava ist eine zentrale Auseinandersetzung im Nahen und Mittleren Osten, in der alle relevanten Akteure in der einen oder anderen Weise involviert waren. Kobanê wird weiterhin die politischen Ereignisse in der Region prägen – sowohl die Beziehungen zwischen der Türkei und der PKK als auch den Bürgerkrieg in Syrien. Der Konflikt bietet Anlass, zentrale linke Auseinandersetzungen neu aufzugreifen – wie etwa die Frage nach Gewalt als Mittel der Politik und nach dem Entwurf einer neuen Gesellschaftsordnung. Anders gesagt: Lässt sich eine Revolution durch Krieg verteidigen oder ist eine militärische Auseinandersetzung der Tod für jegliches emanzipatorisches Projekt?

Nächstes Café am 18. November

Am 18.11.2015 begrüßen wir Rehzi Malzahn zum Thema: „dabei geblieben“ – Aktivist_innen erzählen vom Älterwerden und Weiterkämpfen.

Los geht es wie immer um 19 Uhr mit leckerem veganen Essen und ab ca. 19:30 beginnt der Vortrag. Anschließend könnt Ihr wie immer noch das ein oder andere Getränk genießen.

Ankündigungstext:
Seit Jahrzehnten ist die Linke in Deutschland vornehmlich eine Jugendbewegung. Spätestens Anfang 30 steigen die meisten aus. Was aber ist mit denen, die »dabei geblieben« sind? In knapp 30 Interviews geht Rehzi Malzahn der Frage auf den Grund, was diejenigen Aktivis_innen bewegt, die auch mit Mitte 40, 50, 60 noch auf die Straße gehen, Aktionen planen oder auf vielen anderen Wegen ihre radikale Kritik an den Verhältnissen ausdrücken.

Die Interviewten gehören verschiedenen linken Bewegungen an. Sie blicken auf ihr Leben und erzählen, wie alles angefangen hat, woran sie verzweifelt sind, was sie ermutigt oder wie sie mit Frust umgehen. Sind Job und Familie wirklich Gründe, um den Einsatz für eine radikal andere, bessere Welt aufzugeben – oder sind das nur vorgeschobene Gründe an einem Punkt, wo man von vielen Fragen nicht mehr berührt wird? Ein Destillat ihrer Erkenntnisse aus den Gesprächen gibt die Autorin den Leser_innen in der Einleitung mit auf den Weg.
Ein Buch für alle Generationen und Lebenswege: Wer auch noch ›dabei ist‹, liest, wie es den Anderen damit geht. Wer ausgestiegen ist, erfährt etwas über das Leben, für das er_sie sich nicht entschieden hat. Wer ›dabei bleiben‹ will, findet Anregungen dazu. Wer Pause macht, kann über die Bedingungen des Aktivseins reflektieren, und wer nie ›dabei war‹, bekommt einen Einblick in das Leben derjenigen, für die der Kampf um eine bessere Welt eng mit dem eigenen Dasein verknüpft ist.

Nächstes Café am 21. Oktober

Das nächste Offene Antifa Cafe im AZ Mülheim veranstalten wir zum Thema :

Umgang mit Repression

Was tun, wenn`s brennt?
Ein Vortrag zu den Themen Datensicherheit und – Vermeidung, Aktionsvorbereitung, und das Verhalten, wenn`s die Staatsanwaltschaft und Polizei aktiv wird.
In letzter Zeit kam es wieder vermehrt zu Aktionen, bei denen die Polizei eingriff. Dabei waren mit Blockaden von Abschiebungen und Besetzungen von Geschäftsräumen eher untypische Aktionsformen dabei, die auch über das Ordnungsrecht bei Versammlungen weit hinaus geht. Wir werden neben dem Verhalten gegenüber den Repressionsorganen auch auf die für solche Aktionen speziellen rechtlichen Hintergründe aufklären und auch nochmal die Standards von einer sicheren politischen Gruppenarbeit thematisieren.
Neben dem Referenten wird auch eine Rechtsanwältin anwesend sein.

Nächstes Café am 16. September

Das nächste Offene Antifa-Café im AZ Mülheim findet am 16. September ab 19:00 Uhr statt. Wie immer gibt es kalte Getränke und sonstige vegane Vollversorgung. Das Thema des Vortrags, der etwa gegen 19:30 Uhr beginnt, lautet:
Genderbashing. Diskriminierung und Gewalt an den Grenzen der Zweigeschlechtlichkeit

Buchvorstellung:
Neue‹ Existenzweisen der Geschlechter wie z.B. Transgender, Intersexuelle, Transsexuelle und Crossdresser*innen sind längst Alltag. Was bedeutet es, wenn geschlechtlich nonkonforme Personen von massiven Gewalt- und Diskriminierungswiderfahrnisse n berichten, die gesellschaftlich unbekannt und/oder nicht anerkannt werden?
Die vorliegende Studie befasst sich mit dieser Leerstelle der Gewaltforschung. Geschlechtlich nonkonforme Personen, die sich selbst beispielsweise als ›Transgender‹, ›Interqueer‹, ›Queerer Transboy‹, ›Lesbian Boy‹, ›Transfrau‹, ›Transmann‹ oder ›Butch‹ verorten, berichteten in 18 qualitativen Interviews und in einer Gruppendiskussion von ihren Gewalt- und Diskriminierungswiderfahrnissen.

Referent*in: Ines Pohlkamp

Nächstes Café am 19. August

Das nächste Offene Antifa-Café findet am 19. 8. zum Themenschwerpunkt: „Kritik des Antiamerikanismus“ statt. Es wird wie immer etwa Veganes zu futtern geben. Beginn des Vortrags ist etwa gegen 19.30 Uhr!

Kritik des Antiamerikanismus: Hass, Neid, Wahn – Antiamerikanismus in den deutschen Medien

Kurzbeschreibung: Vortrag und Buchvorstellung des Politikwissenschaftlers Tobias Jäcker:

Wildwestgebaren, Raubtierkapitalismus, Hollywoodschund – die Klage über vermeintlich typisch amerikanische Zustände ist in Deutschland verbreitet. Tobias Jaecker fragt nach den Ursachen, der Funktionsweise und den Auswirkungen des Antiamerikanismus. Er untersucht dazu mediale Kontroversen aus Politik, Wirtschaft und Kultur: von 9/11 über Obama bis zur Finanzkrise. Im Mittelpunkt der Analysen stehen die alltäglichen stereotypen Bilder, die in Zeitungsartikeln, Filmen und Popsongs, aber auch auf Zeitschriftencovern und in Karikaturen zum Vorschein kommen. Das Ergebnis führt eindringlich vor Augen, dass der Antiamerikanismus im 21. Jahrhundert als Welterklärungsmuster dient, um gesellschaftliche Umbrüche und Missstände scheinbar schlüssig zu deuten. Er kann sich so zu einer gefährlichen Ideologie verdichten.

Nächstes Café am 15. Juli

Am Mittwoch, dem 15. Juli, findet das nächste Antifa-Café statt. Los geht es wie immer um 19 Uhr mit leckerem veganen Essen und ab ca. 19:30 Uhr beginnt der Vortrag.

Reclaim Your City – Graffiti & Street Art als eine Form der Aneignung des öffentlichen Raumes

Vortrag und Diskussion mit Pappsatt

Wie werden Konflikte um den öffentlichen Raum in diesem kommuniziert? Welche Strategien der Raumaneignung verfolgen Protestbewegungen? Wie positionieren sich KünstlerInnen und GestalterInnen in der Stadtpolitik?

In vielen westlichen Metropolen bestimmen seit einigen Jahren Themen wie die Privatisierung öffentlicher Flächen, explosionsartig steigende Mieten, Prozesse der Verdrängung aus der Innenstadt und die Forderung nach Partizipation die politische Tagesordnung.

Was hat städtisches Gärtnern mit dem Aufstand illegalisierter MigrantInnen zu tun? Urban Art und Spruch – Graffiti, MediaSpree, Kotti und Co, Wilde Plakate, Kampf gegen Werbung, MietProteste, Name-Writing und Hausbesetzer-Bewegung… Am Beispiel Berlins werden aktuelle stadtpolitische Protestbewegungen vorgestellt, die auf unterschiedliche Art und Weise ein „Recht auf Stadt“ einfordern. Erklärt werden die Strategien der Raumaneignung dieser Bewegungen und untersucht, welche Rolle Kunst, Gestaltung und Kartographie darin spielen. Ein Fokus liegt in diesem Vortrag auf Graffiti/Street Art im Kontext der Auseinandersetzungen um die Stadtentwicklung Berlins.

Pappsatt ist ein Kunst- und Medien – Kollektiv, das an der Schnittstelle zwischen linker (Stadt-)Politik und Gestaltung arbeitet. Es ist Teil des Urban Art Netzwerks „Reclaim Your City“ und Mitbetreiber der gleichnamigen Website www.reclaimyourcity.net. Das Kollektiv agiert im Kontext der künstlerischen und politischen Initiativen, die eine Stadt für alle fordern und aufbauen.

www.pappsatt.org

Nächstes Café am 17. Juni

Los geht es wie immer um 19 Uhr mit leckerem veganen Essen und ab ca. 19:30 beginnt der Vortrag.

Die Identitäre Bewegung – Ein Überblick

Im Herbst 2012 tauchte mit der Identitären Bewegung (IB) in Deutschland eine neue extrem rechte Gruppierung auf. Die IB inszeniert sich als aktionistische ‚Jugendbewegung‘ und machte bisher durch kleinere flashmobartige Aktionen, Plakate oder Aufkleber, vor allem aber durch ihre Selbstdarstellung im Internet auf sich aufmerksam. Nicht links und nicht rechts, sondern eben ‚identitär‘ wolle man laut eigener Aussage sein, von ‚klassischen‘, neonazistischen Gruppierungen möchte sich die IB durch ihr Auftreten und ihre Argumentation abheben. Dass diese vorgebliche Distanzierung von extrem rechter Ideologie wenig überzeugend ist, legt ein Blick auf die vermittelten Inhalte offen. Die Identitären transportieren völkische und rassistische Gesellschaftsvorstellungen und orientieren sich dabei maßgeblich an der Ideenwelt und den Strategien der sogenannten ‚Neuen Rechten‘. Sie beziehen sich affirmativ auf das Konzept des ‚Ethnolpuralismus‘ und auf die durch die ‚Neue Rechte‘ proklamierte Strategie der ‚Metapolitik‘, die das Ziel einer Diskursbeeinflussung von rechts verfolgt. Entsprechend wohlwollend wurde die IB seit ihrem Auftauchen auch von einschlägigen Akteur_innen des neurechten Spektrums rezipiert.

Den Anspruch, die Dynamik einer rechten ‚Jugendbewegung‘ zu entwickeln, hat die Identitäre Bewegung ganz offensichtlich verfehlt. Von Anfang an ist sie weit weniger auf der Straße als vielmehr im Internet präsent gewesen, auch organisatorische Umstrukturierungen der Identitären im letzten Jahr haben an diesem Umstand wenig verändert. Verschwunden oder in Auflösung befindlich erscheint die Gruppierung deshalb allerdings nicht. So trat die Identitäre Bewegung im Zusammenhang mit Pegida-Demonstrationen in Erscheinung, Anfang April war sie als eigener Block bei einem Aufmarsch der ‚Patriotischen Europäer‘ in Dresden mit dabei. Diese durchaus gegenseitige Nähe zwischen IB und Pegida-Spektrum verwundert nicht, verschreiben sich die Identitären doch der Verteidigung der ‚europäischen‘ bzw. ‚deutschen‘ ‚Identität‘ gegen eine vermeintliche Islamisierung. Auch zwischen IB und Teilen der (Jungen) AfD fallen inhaltlichen Übereinstimmungen und personellen Überschneidungen auf.

Im Vortrag wird vor allem ein genauerer Blick auf die Netzwerke sowie die Ideenwelt der ‚Neuen Rechten‘ geworfen, welche die Identitäre Bewegung für sich übernimmt, zeitgemäß ‚verpackt‘ und so für eine junge, aktionsorientierte Zielgruppe aufbereitet. Es sollen nicht einfach die Strukturen oder Aktionen der IB abgehandelt werden, interessanter erscheint es, die IB als Beispiel für Modernisierungstendenzen in der extremen Rechten zu betrachten.

Die Referentin Laura Heinsbach ist bei der Antifaschistischen Bildungsinitiative Münsterland (ABM) aktiv.

Nächstes Café am 20. Mai

Ursache und Struktur der PEGIDA-Proteste — „Wir sind nicht rechts, aber…“

Am Mittwoch, dem 20. Mai wird Mark Haarfeld als Bochumer Historiker über die Strukturen der Pegida-Bewegungen referieren und der Frage nachgehen, ob es sich bei diesen Gruppierungen um eine ernstzunehmende Bewegung handelt.

Das AZ Mülheim ist wie immer ab 19:0 Uhr für das Antifa-Café geöffnet. Dann kann in Ruhe was gegessen und eine Limo getrunken werden und um 19:30 Uhr beginnt der Vortrag.

Hier der Ankündigungstext:

„Wir sind nicht rechts, aber…“ Ursachen und Struktur der Proteste von Pegida

Seit Ende Oktober 2014 demonstrieren in Dresden jeden Montag mehrere tausend Menschen gegen eine „Islamisierung Deutschlands“. Dabei geben sie an, weder rechts, noch links zu sein, stattdessen die „schweigende Masse“ zu repräsentieren, die sich gegen „die Politik da oben“ wehre. Pegida expandierte in den kommenden Monaten, hatte jedoch in anderen Städten nicht den Erfolg wie in Dresden. In der Presse bereits als ein gescheitertes Projekt beurteilt, sieht sich Pegida weiterhin als außerparlamentarische Opposition, die nun auch das Oberbürgermeisteramt der Stadt Dresden anstrebt. Der Vortrag will die Strukturen und Ursachen und Pegida verdeutlichen sowie deren Entwicklung skizzieren.